Ein Tanz mitten in der Trauer

Ein Tanz mitten in der Trauer

Ein Tanz mitten in der Trauer

# Glaubensimpuls

Ein Tanz mitten in der Trauer

„Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet, dass ich dir lobsinge und nicht stille werde.“

Psalm 30, 12f

Ausgerechnet im düsteren November-Monat solche jubelnden Worte. Allerorten sind die Spuren der Vergänglichkeit zu sehen, Klagen zu hören, Verzweiflung zu spüren. Und dann diese Worte aus den Psalmen.

Der Psalmbeter dankt für die Errettung aus Todesangst:

„Ich preise dich, Herr; denn du hast mich aus der Tiefe gezogen / und lässest meine Feinde sich nicht über mich freuen.

Herr, mein Gott, da ich schrie zu dir, / machtest du mich gesund.

Herr, du hast meine Seele aus dem Reich des Todes geführt; / du hast mich aufleben lassen unter denen, die in die Grube fuhren.“

Mit diesen Worten fängt der Psalmbeter an – weiß der Himmel, was er alles erlebt hat!

Wir aber können mit unseren eigenen Ängsten und Sorgen, unseren Schmerzen und unserer Trauer einstimmen in die alten Worte.

Ich würde so gerne die Augen verschließen! Wie ein kleines Kind die Hände vor die Augen halten in der Hoffnung, dass das, was ich nicht sehe, dann auch nicht mehr da ist.

Aber wenn ich die Worte des Psalms spreche, kann ich das Schwere nicht verdrängen. Ich beginne mit ihm zu ahnen, dass auch das Schmerzhafte von Gottes Gegenwart durchdrungen ist.

Aber schließlich beginnt der Psalm zu jubeln! Ein fröhlicher Tanz setzt ein – auch wenn die Klage nicht spurlos ausgelöscht ist; sie ist verwandelt. So, wie aus der Klage am Kreuz der Jubel des Ostermorgens kommt.

Der letzte Satz des Psalms aber bewegt mich am meisten – genau unser Monatsspruch:

„…dass ich nicht stille werde.“

Wie oft führen Ängste und Drohungen, Trauer und Schmerz dazu, dass Menschen verstummen. Als Glaubende aber sehen wir dem Bedrohlichen ins Gesicht, als Betende und Hoffende.

Wir hören nicht auf, die Worte der Liebe weiter zu sagen, wir hören nicht auf, die Schwächeren zu ermutigen, wir hören nicht auf, Gott zu loben.

Es ist ein Glaubens-Weg, auf den uns das Psalmgebet mitnimmt. Der Weg führt uns zur Gewissheit der Gegenwart Gottes.

Einen segensreichen Herbst wünsche ich Ihnen,

Jörg Zabka

aus dem Gemeindeblatt der Kirchengemeinde Karow: https://kirche-karow.de/gemeindeblatt/

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