Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz steht mit ihren Kirchenkreisen, Arbeitszweigen und Gemeinden gemeinsam mit der weltweiten Christenheit im Auftrag Jesu Christi: So beginnen die Orientierungspunkte zum Reformprozess unserer Kirche, die gerade auf der Synode beschlossen wurden. Der Kontakt zur weltweiten Christenheit entsteht nicht von selbst; er muss gesucht, gepflegt und gelebt werden. In früheren Zeiten geschah dies in Deutschland durch die Missionswerke, die Missionare in alle Welt sandten. Sie gründeten christliche Gemeinden, aus denen später selbständige Kirchen erwuchsen.


Vor etwa 40 Jahren hat sich dies geändert. Aus Missionskirchen entstanden Partnerkirchen. Die Berliner Mission übertrug ihre Besitzungen, Farmen, Schulen, Kindergärten oder Hospitäler an die jungen Kirchen vor Ort, die nun selbständig wurden. Die Pflege der Beziehungen übernahmen Partnerschaftsgemeinden, oft auch ohne die Berliner Mission als Mittler. Gerade mit den Kirchen im südlichen Afrika wurden die Beziehungen eng und intensiv. Im gemeinsamen Kampf gegen die Apartheid entstand eine Weggemeinschaft, die zum regen Austausch von Glaubens- und kulturellen Erfahrungen führte. In wachsender Verantwortung trug diese Gemeinschaft große Früchte im Einsatz für einen gerechten Frieden, für die Bewahrung der Schöpfung und die weltweite Geltung der Menschenrechte.

Wenn wir zukunftsfähig bleiben wollen, brauchen wir den Blick in die Welt - gerade jetzt, in Zeiten des Umbaus unserer Kirche. Denn auch anderswo wird täglich Kirche gestaltet, oft mit sehr viel geringeren Möglichkeiten.
Wir haben in unserem Land nicht nur eine große Freiheit, sondern erhalten auch staatliche Unterstützung zur Beteiligung am Gemeinwesen. Wir haben noch immer verhältnismäßig viele Ressourcen, die uns unsere Mitglieder zur Verfügung stellen.

Weggemeinschaft prägt das Wesen der Partnerschaft. Die Welt braucht unseren Beitrag, so wie wir die Erfahrung der Christenheit in der Welt brauchen. Ein Beispiel: Jedes Jahr entsendet das Berliner Missionswerk etwa zwanzig Ökumenische Freiwillige in die Partnerkirchen. Sie kommen mit einem großen Erfahrungsschatz zurück, häufig auch mit einer Liebe zu „ihrem“ Land. Das Leben in der Weltgemeinschaft der Christen ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ein Lernen und Lehren, ein füreinander Beten und einander Begleiten.

Roland Herpich, Direktor des Berliner Missionswerks