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Ostergruß von Dr. Anne-Kathrin Finke

Ostergruß von Dr. Anne-Kathrin Finke
Veröffentlicht von Bodo Hinz am So., 4. Apr. 2021 00:00 Uhr
Glaubensimpuls

Liebe Schwestern und Brüder,

“Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!” In österlicher Freude begegnen sich Christinnen und Christen auf der ganzen Welt mit diesem Ruf. Am Ostertag, dem höchsten Fest der Kirche, feiern wir die Auferstehung Jesu Christi, feiern den Sieg des Lebens über Tod und Verzweiflung, feiern die Kraft Gottes, die alles verwandelt.

Noch stecken wir mitten in der Krise. Auch 2021 können wir in unseren Gemeinden keine Gemeinschaft in großer Runde erleben. Das Osterfest in diesem Jahr ist weiterhin durch die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung bestimmt. Die noch gefährlicheren Mutanten mahnen uns zu besonderer Vorsicht. Vieles fehlt damit, was für uns doch eigentlich zum Osterfest in den Gemeinden und in unseren Familien- und Freundeskreisen gehört. Es fehlt der gemeinsame fröhliche Ostergesang und der festlich gedeckte Tisch für das Osterfrühstück. Es fehlt die Unbeschwertheit des Zusammenseins, nach der wir uns so sehr sehnen.

Doch gerade jetzt sprechen wir uns den traditionellen Ostergruß um so deutlicher zu. In ihm geben wir die Gewissheit weiter, dass Jesus nicht im Tod geblieben ist und auch unser Leben nicht vom Tod her bestimmt ist. Wir hören diesen Gruß und seine lebensbejahende Botschaft inmitten der Krise vielleicht sogar bewusster. Er wird auf ganz vielfältige Weise erklingen: bei Begegnungen in digitalen oder präsentischen Gottesdiensten, bei einer Telefon – oder Hausandacht, beim  Besuch einer offenen Kirche oder beim Ostergruß mit Kerze an der Haustür des Nachbarn. In unterschiedlichen, mit großer Sorgfalt und Umsicht von den Gemeinden vorbereiteten Formen tragen wir die Osterbotschaft weiter und stärken uns gegenseitig im Vertrauen auf den Gott, der alles neu macht. Was am ersten Ostermorgen geschehen ist, erfüllt uns mit Freude und schenkt die Kraft zu Geduld, Gelassenheit und fröhlicher Hoffnung.

“Wir haben Hoffnung”: Der Satz ist auf den Osterbannern zu lesen, die in diesen Tagen vor vielen Kirchen hängen. Sie zeigen die Andeutung einer geöffneten Tür, durch die Licht fällt. Der Schatten der Tür ist rund - wie der Stein vor dem Grab Jesu. Doch das Licht erstrahlt und erhellt, was vorher dunkel war. Gottes Ja zum Leben ist stärker als alles, was uns in Dunkelheit und Angst halten könnte. Ostern hat den Bann gebrochen. Es macht uns zu Menschen, die Hoffnung haben und aus dieser Hoffnung leben können.

“Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.”

Sprechen wir uns zu, aus welcher Hoffnung wir leben!

Ein frohes und gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen

Dr. Anne-Kathrin Finke (Stellvertretende Superintendentin)