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"warm & trocken" - Aufenthaltsräume in Gemeinderäumen

"warm & trocken" -  Aufenthaltsräume in Gemeinderäumen
Veröffentlicht von Bettina Berndt am Sa., 26. Dez. 2020 00:00 Uhr
Aktuelles

"warm & trocken" braucht man es im Winter. Die Projektgruppe "warm & trocken" arbeitet  daran, Menschen, Räume und Sachverstand zusammenzubringen, in der Hoffnung, dass ab Mitte Januar Gemeinden Räume stundenweise zum Aufwärmen für Wohnungslose öffnen. Wichtig ist eine gute Vorbereitung, mit den Gemeinden, die sich entschließen, Räume zur Verfügung zu stellen.

Die Kirchengemeinde Wartenberg hat Ihre Räume geöffnet. Sybille Sterzig hat mit der verantwortlichen Pfarrerin Renate Kersten darüber gesprochen. 

Frau Kersten, was möchte die Aktion „warm & trocken – Aufenthaltsräume in Kirchen“ erreichen? Wann soll sie starten?

„warm & trocken“ ist aus der Not geboren: Obdach- und Wohnungslose, sogar Menschen, die eine vorhandene Wohnung tagsüber verlassen müssen, können sich nirgends mehr aufwärmen. Das möchten wir so schnell wie möglich ändern. Dazu haben wir ein kleines Netzwerk gebildet. Die Idee: Kirchen und Gemeinderäume sind oft groß und heizbar. Die Kornelius-Gemeinde im Wedding hat schon vor uns angefangen, für Neueinsteiger wünschen wir uns einen Start ab Mitte Januar.

Wenn eine Kirche ihre Türen für Obdachlose öffnen möchte, was muss sie bedenken und wo erhält sie Hilfe?

Die Gemeinden brauchen dafür mindestens drei Aktive, Freiwillige aus anderen Bereichen sollen dazukommen können. Wichtig ist, dass die Gemeinden ein konkretes Angebot konzipieren und auch Grenzen setzen. Beispiel Kornelius: Hier wird am Wochenende von 14-18 Uhr für Frauen geöffnet, Alkohol, Drogen und Haustiere sind nicht zugelassen. Eine klare Zielgruppe, Gäste und Gemeinde wissen, worauf sie sich einlassen. Für Ehrenamtliche gibt es ein Schulungsangebot der Stadtmission, Finanz- und Materialzusagen der Tafel, des Diakonischen Werkes (darunter das Angebot, Dixi-Klos zu stellen und zu unterhalten), Foodtrucks... Material und Finanzen zu finden ist leicht, gesucht werden Räume und Menschen, die mitarbeiten.

Zum Gottesdienst kommen viele ältere Menschen - wie kann sichergestellt werden, dass diese durch die Aktion nicht gefährdet werden?

Von der Stadtmission haben wir den Tipp, in jedem Fall bei Einlass Fieber zu messen und Gäste mit Fieber weiterzuleiten. Ansonsten gibt es dieselben Hygieneregeln, mit denen wir als Gemeinden bisher gut fahren: Abstand, Masken, Desinfektion. Ob die eigenen Toiletten zur Verfügung gestellt werden, entscheidet die Gemeinde selbst.

Welche Erfahrungen gibt es bisher?

Wir profitieren vom Erfahrungsaustausch: Für mich war neu, dass mehr als 80% der Obdachlosen „unsichtbar“ sind, weil sie es schaffen, gepflegt und sauber zu leben, dass die meisten ein Smartphone haben, dass die Versorgung mit Essen eher klein Problem ist, wohl aber die mit warmem Wasser und die Toilettenfrage. Wirklich schwierige Situationen entstehen selten – gerade mal zwei Hausverbote innerhalb von fünf Jahren, so Frau Gerth von der Stadtmission. Das Angebot der Korneliusgemeinde wird gut angenommen, Vertrauen entsteht. Das macht Mut!

Mitmachinteressierte Gemeinden und Freiwillige können sich melden bei

k.telschow-duerr@kirche-berlin-nordost.de

rkersten@kirche-berlin-wartenberg.de