Veröffentlicht am Di., 12. Mai. 2020 18:00 Uhr

"Tu was dir vor die Hand kommt; denn Gott ist mit dir." (1. Samuel 10,7)

Unter dieser Losung vom 10. Mai 2020 gedenken wir des Todes von Pastor Elirehema Lyamuya.

Pastor Elirehema Lyamuya.

Plötzlich und unerwartet ist er verstorben.

Wir haben ihn in den letzten Jahren als einen Pastor für seine vielen Gemeinden im Massai-Gebiet in der Steppe kennenlernen dürfen. Er war ein Pastor, der mit Leib und Seele rastlos unterwegs war in und für seine Gemeinden. Besonders die notleidenden und jungen Menschen dort haben ihn unentwegt unterwegs sein lassen, um einzelnen die Hilfe zu Teil werden zu lassen, die ihnen das Leben in dieser kargen und von den Menschen alles fordernden Landschaft ermöglicht und damit ein eindrückliches Zeugnis zu geben von der Liebe Gottes, die ein besonderes Augenmerk hat auf die Armen und Elenden.

Junge Mädchen bewahrte er vor Zwangsverheiratung und Zwangsbeschneidung, jungen Männern ermöglichte er nach besten Kräften eine ordentliche Schul- und Berufsausbildung und den Frauen, von ihren Männern allein gelassen mit der Verantwortung für die Familien während sie die Ziegenherden in ferne Lande zum Verkauf trieben, hat er geholfen, eine eigene, wenn auch bescheidene Existenz mit Hühnerzucht und traditionellen Schmuckarbeiten der Massai aufzubauen. Sein ganzer Stolz war ein Chor von jungen Leuten, die immer wieder und voller Freude Gästen die Anbetungs-und Lobpreislieder des Volkes vortrugen.

Im vergangenen Jahr gelang es ihm, mit diesem Chor zum Deutschen Evangelischen Kirchentag nach Dortmund zu fahren. Unvergessen, wie sie dort mit ihrem Gesang und den Tänzen die Bibelarbeit von Bischof Dr. Shoo in einer der großen Fußgängerzonen rahmten und die Zuhörer und Passanten begeistert haben. 

Bei unserem letzten treffen im Januar dieses Jahres erzählte er, mit wie wenig Geld die Gemeinden dort auskommen müssen und wir waren beeindruckt von dem, was er alles trotzdem in Gang setzte, um diese lebendigen Gemeinden, die zu seinem Pfarrsprengel über zig Quadratkilometer verteilt gehörten, diakonisch und seelsorgerlich zu versorgen. Dabei war es immer ein Weg zwischen den Kulturen und Traditionen, den man nur mit einem von intensiver und von christlicher Liebe geprägten Feinsinn wie seinem über viele Jahre wie er begehen konnte. Ausführlich erzählte er uns von einem Diebstahl von Vieh, den er in aufwendigen Gesprächen und Verhandlungen mit Familienoberhäuptern der Diebe so zum Ausgleich bringen konnte, dass den jungen Tätern die Zukunft nicht verbaut wurde.

Dankbar war er für die Initiative des ehemaligen Superintendenten seines Kirchenkreises, Aminirabi Swai, der in den Gemeinden außerhalb der Massai-Steppe Mais sammelte und diesen in der Dürrezeit den Gemeinden in der Steppe zum Überleben weiterleitete.

Pastor Elirehema Lyamuya war ein Segen für viele Menschen in seinen Gemeinden.

Wir sind tief betroffen von seinem Tod.

Mit unseren Gebeten sind wir bei seiner Familie und den Menschen in der Kia-Gemeinde und befehlen ihn der Gnade Gottes an, dass der barmherzige Gott ihn in seine Herrlichkeit aufnehmen möge, nach der er sich im Glauben gesehnt hat. Er möge alle, die traurig zurückbleien trösten mit seinem gnädigen Wort.

 Für den Tansania- Arbeitskreis U.V.T.C.

Martin Kirchner, Superintendent

Kategorien Ausbildungsprojekt am Kilimanjaro