Veröffentlicht von Bettina Berndt am Di., 22. Okt. 2019 12:36 Uhr

Ökumenische Partnerschaft

Unsere EKBO ist weltweit vernetzt. Das Berliner Missionswerk als unser „Außenministerium“ pflegt viele Partnerschaften. Dabei erlebe ich, wie es gerade unsere europäischen Partner sind, die jetzt, seit sich in Europa neuer Nationalismus breit macht und den europäischen Einigungsprozess in eine Krise treibt, die Beziehungen intensivieren wollen.

Zum Beispiel unsere Partner in der Diözese London. Kaum hatte Großbritannien für den Brexit gestimmt, bekam ich einen persönlichen Brief des Londoner Bischofs Chartres, in dem dieser eindrücklich den Wunsch äußerte, unsere Partnerschaft zu vertiefen. Mit seiner Nachfolgerin Sarah Mullaly, der ersten Frau auf dem Londoner Bischofsstuhl, habe ich im März diesen Jahres einen Kanzeltausch organisiert. Sie hat im Berliner Dom gepredigt, ich in der St. Pauls Cathedral in London.

Auch mit unseren schwedischen und polnischen Partnern haben sich die Beziehungen vertieft. Von der schwedischen Erzbischöfin Jackelén wurde ich anlässlich einer Bischofsweihe in Uppsala eingeladen vor internationalen Gästen in einem Vortrag über unseren Umgang mit dem Problem des Rechtspopulismus zu referieren. Und anlässlich des Gedenkens an 80 Jahre Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde am 1. September diesen Jahres eine neue Partnerschaft zwischen der Berliner Domgemeinde und der Trinitatisgemeinde in Warschau begründet.

Gerade dann, wenn durch politische Spannungen die Gefahr besteht, dass Menschen und Völker wieder neu entzweit werden, ist die Kirche Jesu Christi gefragt. Um den Frieden zwischen den Völkern zu bewahren, müssen wir die Erinnerung an die Schuldgeschichte von Krieg und Zerstörung, Terror und Menschenverachtung wach halten. Unsere Aufgabe ist es, die Versöhnungsbotschaft des Evangeliums unbeirrt weiter zu verkündigen und Versöhnung vorzuleben. Unsere Partnerschaften bieten dafür eine große Chance. 
Bischof Dr. Dr. h.c. Markus Dröge 

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