Veröffentlicht am Fr., 20. Apr. 2018 16:30 Uhr

Vor 250 Jahren, am 21.11.1768, wurde Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, der 'Kirchenvater des 19. Jahrhunderts', in Breslau geboren. Kirche und Wissenschaft zugleich verbunden, war er Theologe, Pfarrer, Bildungsreformer, Philosoph, bedeutender Plato-Übersetzer und

Prediger von großer Ausstrahlungskraft.  

Geprägt wurde Schleiermacher durch die pietistische Erziehung der Herrnhuter Brüdergemeinde, von der er sich jedoch löste. Er studierte in Halle, arbeitete als Hauslehrer in Ostpreußen und wurde reformierter Prediger an der Berliner Charité. Nach einer weiteren Station in Ostpreußen wirkte er ab 1804 als Professor für Theologie und Philosophie in Halle und wechselte 1807 endgültig nach Berlin. Bis zu seinem Tod war er Prediger an der Dreifaltigkeitskirche in Berlin-Mitte und Professor an der neuen Berliner Universität, zu deren Gründung er maßgeblich beitrug. In universaler Weite hielt Schleiermacher Vorlesungen in den Fächern der Theologie sowie in Philosophie, Dialektik, Politik, Pädagogik, Hermeneutik u.a. und schuf in vielen Gebieten neue Grundlegungen. Daneben trat er entschieden für seine politisch liberalen Überzeugungen ein; so forderte er die Trennung von Staat und Kirche, als eine neue Gottesdienstordnung durch den König erlassen wurde. Von der Schrift, die ihn berühmt machte, „Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern“ (1799), in der er die Religion beschreibt als „Sinn und Geschmack für das Unendliche“, bis zur zweibändigen „Glaubenslehre“ (1821/22), der klassischen Dogmatik der neuzeitlichen protestantischen Theologie, beeinflusste Schleiermacher schon zu Lebzeiten Theologie und Wissenschaft. Er befreite durch die Berücksichtigung von Subjektivität und Gefühl des einzelnen frommen Menschens die Religion – die Erfahrung

„schlechthinniger Abhängigkeit“ – von der Enge bloßer Spekulation und Metaphysik ebenso wie von der falschen Auflösung in die Moral. Schleiermacher starb am 12. Februar 1834 und wurde unter großer öffentlicher Anteilnahme – 30.000 Menschen säumten die Straßen – beigesetzt. Sein Grab liegt auf dem Kirchhof II der Dreifaltigkeitskirche in der Bergmannstraße in Berlin-Kreuzberg.

Pfarrerin Dr. Anne-Kathrin Finke, Ev. Kirchengemeinde Heinersdorf


Bild: Wikimedia

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