Veröffentlicht von Bettina Berndt am Mo., 11. Dez. 2017 11:06 Uhr

Superintendent Martin Kirchner verabschiedet Helmut Blank  
Vorsitzender der Berliner Schülerarbeit

Liebe Freunde, liebe Schwestern und Brüder,

da strahlen ihm die Augen, seine Stimme wird andächtig und man hat plötzlich das Gefühl, Zeuge eines besonderen Augenblicks zu sein, fast einer heiligen Handlung, 
wenn er, ja, wenn er eine Reihe von Namen nennt:
Oswald Hanisch, Karl Strache, Thomas Gandow, Dieter Nehlse, Michael Mayard, Heike Benzin…
Und mit jedem dieser Namen verbindet er in Gedanken-man spürt es und könnte es abfragen- Biographisches, Persönliches, vor allem aber das, was all diese – die Bibel nennt es „die Wolke der Zeugen“ (Hebräer 12)- zum über 100 Jahre alten Projekt „Berliner Schülerbibelkreise“, kurz BK beigetragen haben.
Ein Projekt, eine Bewegung, durch die Zeiten hindurch ein Segen ist für ganze Generationen junger Menschen, sie mit dem lebendigen, hoffnungsvollen und ermutigenden Wort Gottes ins Gespräch gebracht hat.
Eine Bewegung, die im Kirchenkampf ihre besondere Bewährung erlebte und durchlebte, und die bis heute bei denen, die sich ihr anschließen, einen inneren Schatz ansammeln, von dem das ganze Leben gezehrt werden kann- ich weiß, wovon ich rede, ich trage selbst diesen Schatz in mir, die Zuversicht in engen Tagen, eben Verlass auf Freundschaften, die sich auf Wanderfahrten gebildet haben, das Verantwortungsbewusstsein aus der Beschäftigung mit Gottes Wort für das tatsächliche Leben in dieser Zeit – miteinander, ohne Angst vor dem Anderen, mit Achtung vor der Würde des gerade Nächsten.„Eine Wolke von Zeugen“ nennt er mit Andacht, Lust und Freud. Und nun wird er selbst Teil dieser „Wolke von Zeugen“, Helmut Blank.
Seit 1972/73 bist Du dabei, Helmut, und seit 28 Jahren Vorsitzender der Berliner Schülerarbeit. Was für ein Segen für uns. Der Apostel des Hebräerbriefes mahnt: “Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens…“ (Hebr 12 1c.2a)
Geduld- Kampf, Aufsehen.
So, wie ich Dich durch die Jahrzehnte erlebt habe, ist das eine Deiner hervorragenden Tugenden: die Geduld.
Nicht träge, nicht langweilig- geduldig bist Du unterwegs gewesen mit Deinen Vorstellungen, diese Arbeit des BK weiterzuführen und zu profilieren in der Zeit, in der sie eben geschieht. Geduldig hast du Menschen ins Gespräch gebracht und auf die Schnittmengen geschaut, die sie miteinander verbinden und weniger auf die Eitelkeiten, die sie voneinander unterscheiden. Weddinger, Frohnauer, Friedenauer und noch viel mehr sind so miteinander vertraut geworden. Geduld auch im Ringen hast du bewiesen, als die Finanzierung des BK gefährdet war. Die Geduld ließ Dich im landeskirchlichen Haushaltsausschuss damals den Bruder Papenfuß finden, Jungenschaftler aus Frohnau und die Schwester Friederike Schwarz, mit denen Du diese Kollektenfinanzierung der Arbeit schafftest. Die innere Struktur der Schülerarbeit entwickeltest Du hin zur Bildungsarbeit auf den spielpädagogischen und ökologischen Grundlagen, die traditionell und vom Grund her mit der Schülerarbeit verbunden ist.
Unter Deiner Regie wurde die Bäkewiese übernommen und die Arbeit dort entwickelt bis hin zur „Weidenkirche“, einer ganz besonderen Kirche am Rande der Stadt, ein „leichtes Zelt“ und doch ein Ort der Andacht und Spiritualität.
7 Jugendleiterseminare für komplette Horten hast Du begleitet und Inhaltlich gestaltet und damit den Grund gelegt für die Fortsetzung einer langen Tradition der Schülerarbeit.
28 Jahre, fast 3 Jahrzehnte, da nicht nur an Sonnentagen unterwegs, da bedarf es schon einer besonderen Motivation. Die nimmst Du aus dem Glauben und dem angenommenen Ruf in die Verantwortung, das vernommene Wort von Gottes Unendlichkeit und Menschenliebe tatsächlich werden zu lassen in dieser Zeit:… aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens…
Heute endet Deine Zeit als Vorsitzender dieser Bewegung der „Evangelischen Schülerarbeit“. Du wirst Teil „der Wolke der Zeugen“ und sicher mit Hochachtung genannt werden von Deinem Nachfolger Felix Behrendt, wenn er dermal einst erzählt von der segensreichen Ära dieser Arbeit.
Ich danke Dir am heutigen Tage im Namen der Vielen hier. Dank sagen für alle Geduld, für alles Ringen, für alle Glaubenszuversicht, die Du über diese lange Zeit in die Evangelische Schülerarbeit eingebracht hast. Du bist ein Segen für den BK!

Wir wünschen Dir eine gute und erfüllte Zeit nach der Vorstandstätigkeit 
und sind beruhigt, dass Du einer von uns bleiben wirst.

Gott segne Dich und die Deinen, er segne das Werk Deiner Arbeit und 
lasse reichlich Frucht daraus wachsen, zum Wohle vieler junger Menschen 
und zum Lobe und Ehre seines Wortes

Amen. Superintendent Martin Kirchner, November 2017

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