Taufe


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Die christliche Taufe ist das sichtbare Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen. Ohne jede Bedingung, ohne Rücksicht auf Herkunft, Leistungen oder Fähigkeiten und unabhängig vom Lebensalter nimmt Gott die Menschen in der Taufe als seine Kinder an.

Jesus Christus selbst hat den Auftrag zur Taufe erteilt, als er sprach: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,18-20)

Das Sakrament der Taufe wird vollzogen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Dabei wird der Kopf des Täuflings dreimal mit Wasser begossen. Das zeichenhafte Untertauchen und Wiederauftauchen des Täuflings bringt zum Ausdruck, dass der getaufte Mensch Gemeinschaft mit Jesus Christus und Anteil an seiner Versöhnungstat hat. Durch den Tod Jesu Christi am Kreuz und seine Auferstehung hat Gott die Welt mit sich versöhnt, die Sünde vergeben und ein neues Leben ermöglicht. Sündenvergebung und die Neugeburt des Getauften im Heiligen Geist sind wesentliche Aspekte der Taufe.

Die christliche Taufe ist zugleich der Eintritt in die Gemeinschaft aller Christinnen und Christen und der Beginn der Mitgliedschaft in einer bestimmten Kirche. Fast alle christlichen Kirchen erkennen gegenseitig die Taufe an. Zuletzt wurde diese Übereinstimmung in der Magdeburger Erklärung von 2007 ausgesprochen, die von der großen Mehrheit christlicher Kirchen unterzeichnet wurde (Ausnahmen bilden die Baptisten, die Mennoniten und einige Pfingstkirchen): „Wir erkennen jede nach dem Auftrag Jesu im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit der Zeichenhandlung des Untertauchens beziehungsweise des Übergießens mit Wasser vollzogene Taufe an, und freuen uns über jeden Menschen, der getauft wird.“

Die Taufe wird nicht wiederholt und auch durch einen Kirchenaustritt nicht ungültig.

Die Taufe ist in jedem Lebensalter möglich. Kinder- und Erwachsenen- bzw.  Mündigentaufe haben in unserer Kirche den gleichen Stellenwert. An der Taufe von Säuglingen und Kindern, wie sie vor allem zur volkskirchlichen Tradition gehört, wird die bedingungslose Annahme des Menschen vor Gott am deutlichsten sichtbar. Die Mündigentaufe, häufiger in der Tradition von Bekenntniskirchen zu finden, weist auf den unlöslichen Zusammenhang von Taufe und Glaube hin. Der mündige Täufling wählt die Taufe bewusst als eigenen Schritt und weiß zugleich, dass die Ausgießung des Heiligen Geistes und auch der Glaube selbst Geschenk bleiben.

Bei einer Kindertaufe werden dem Täufling ein Pate oder mehrere Paten zur Seite gestellt. Sie tragen gemeinsam mit den Eltern Verantwortung dafür, dass das Kind im christlichen Glauben erzogen wird und es sich in einer seinem Alter entsprechenden Weise der Bedeutung der Taufe bewusst werden kann.

Pfarrerin Dr. Finke
Theologische Referentin









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