Weltgebetstag

Freitag, 2. März Weltgebetstag 2012
Steht auf für Gerechtigkeit –  Zum Weltgebetstag aus Malaysia am 2. März 2012
diesen Titel haben die Frauen aus dem südostasiatischen Malaysia ihrer Gottesdienstordnung für den Weltgebetstag 2012 gegeben. Er wird in über 170 Ländern und Regionen weltweit in ökumenischen Gottesdiensten gefeiert und in Werkstätten vorbereitet.

Der Weltgebetstag ist die weltweit größte ökumenische Basisbewegung von Frauen und ist in mehr als 170 Ländern vertreten.
Die Vorlage für den Gottesdienst wird in jedem Jahr von Frauen aus einem anderen Land verfasst. In den Gottesdiensten – vor allem aber in Vorbereitungstreffen – informieren wir uns über das jeweilige „Weltgebetstagsland“. 2012 ist es Malaysia. Besonders interessiert dabei die Situation von Frauen in dem jeweiligen Land. Im Laufe der Jahre können sich die Gottesdienstbesucherinnen und –besucher auf diese Weise über das Leben von Menschen auf allen Kontinenten informieren. Der Weltgebetstag leistet für benachteiligte Frauen auch praktische Unterstützung: Mit der Kollekte, die bei den Gottesdiensten gesammelt wird, fördert das Deutsche Komitee des Weltgebetstags jedes Jahr rund 230 Frauenprojekte auf der ganzen Welt. So setzen wir das Motto der internationalen Weltgebetstagsbewegung um.

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Impressionen der Vorbereitungen zum Weltgebetstag >>


Vorbereitung
Dienstag, 14. Februar 9:00 Uhr bis 11:15 Uhr
"Steht auf für Gerechtigkeit!" – Thema und Aktion zum Weltgebetstag 2012
Konvent in der Arbeit mit Frauen und SeniorInnen: Birgit Vogt
> Kreiskirchliches Zentrum, Parkstraße 17, 13086 Berlin-Weißensee

Gottesdienste zum Weltgebetstag 2012 im Ev. Kirchenkreis Berlin Nord-Ost in den Stadt- und Landgemeinden >>


Steht auf für Gerechtigkeit –  Zum Weltgebetstag aus Malaysia am 2. März 2012
Wie lässt sich ein Staat regieren, dessen zwei Landesteile – getrennt durch das Südchinesische Meer – über 500 Kilometer auseinander liegen? Ein Land, dessen rund 27 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner unterschiedliche ethnische, kulturelle und religiöse Wurzeln haben. Mit Kontrolle, mit Reglementierungen, mit Religion? Die Regierung des südostasiatischen Landes Malaysia versucht mit allen Mitteln, Einheit und Stabilität zu erhalten. Der Islam ist in Malaysia Staatsreligion. Alle Malaiinnen und Malaien (rund 50%) sind von Geburt an muslimisch. Chinesisch-stämmige (23,7%) und indisch-stämmige Menschen (7%), indigene Völker (11%) und Menschen anderer Herkunft (7,8%) gehören größtenteils dem Buddhismus, Hinduismus, Christentum und anderen Religionen an. Für sie gilt nur theoretisch Religionsfreiheit. Immer wieder kommt es jedoch zu Benachteiligungen der religiösen Minderheiten und zu politisch-instrumentalisierten Konflikten. So versucht man z.B. durchzusetzen, dass der Gottesname „Allah“ den Muslimen vorbehalten bleibt und Christen den Vater Jesu Christi nicht öffentlich, wie sie es gewohnt waren, „Allah“ nennen dürfen.
Malaysia, seit 1957 unabhängig, gilt als wirtschaftlich aufstrebend und ist als konstitutionelle Wahlmonarchie weltweit einzig. Seine Hauptstadt Kuala Lumpur liegt in Westmalaysia, wo ca. 80% der Bevölkerung leben. Im viel größeren Ostmalaysia, das auf Borneo liegt, leben besonders indigene Völker mit einem hohen Christenanteil.
Malaysia könnte zauberhaft sein: Mit vielen Stränden, fruchtbaren Ebenen an den Küsten, tropischem Dschungel, Hügeln und Bergen bis 4000 m versucht es mit Erfolg, Touristen anzuziehen. Ja, wenn es Korruption, Ungerechtigkeit und vor allem die Menschenrechtsverletzungen nicht gäbe! Aber man spricht unter dem Druck der Regierung am besten nicht darüber. Auch für Christinnen und Christen (gut 9%) kann es gefährlich sein, Kritik zu üben. Die Weltgebetstagsfrauen haben in ihrer Liturgie einen Weg gefunden, Ungerechtigkeiten, die „zum Himmel schreien“, anzuprangern: Sie lassen die Bibel sprechen. Die harten Klagen des Propheten Habakuk schreien zu Gott. Da sind sie gut aufgehoben. Und die Geschichte von der hartnäckigen Witwe und dem korrupten Richter aus dem Lukasevangelium trifft genau den Lebenszusammenhang der Verfasserinnen und vieler Menschen weltweit. Habakuk, der in seiner Klage – auch gegen Gott – heftig austeilen kann, ermutigt die Christinnen, auch ihrerseits im Gebet ihre Klagen Gott vorzutragen. „Wir sehen, dass unterschiedliche Auffassungen im politischen und religiösen Bereich mit Gewalt unterdrückt werden... Stimmen für Wahrheit und Gerechtigkeit  werden zum Schweigen gebracht. Korruption und Gier bedrohen deinen Weg der Wahrheit, Gott.“ Darf eine Frau so mutig und offen in den politischen Raum hineinreden? Das Bild von der „stumm leidenden malaysischen Frau“, das nicht nur in Männerköpfen immer noch gültig ist, trauen sich die Weltgebetstagsfrauen im Gebet zu widerlegen. Weltweit wollen sie alle Christinnen und Christen am 2. März 2012 aufrufen, aufzustehen für Gerechtigkeit. Ermutigt durch die Zusage Jesu, die sie sechsmal in ihrer Liturgie wiederholen: Selig sind die, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden satt werden.                         
Renate Kirsch, Deutsches Weltgebetstagskomitee






Weitere Informationen zu den Weltgebetstags-Gottesdiensten  können telefonisch bei Birgit Vogt, 030-923785230 angefragt werden.








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